Schon gesehen? Jazzmaster Kopie von Harley Benton

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Re: Schon gesehen? Jazzmaster Kopie von Harley Benton

Beitragvon freddie fender » Mo Nov 03, 2014 10:49 am

...Harley Benton ES 35 - einfach gut!!! Natürlich muss man nacharbeiten - Halskrümmung, Bünde polieren, Intonation einstellen, dead spots auf dem Griffbrett suchen und -falls da- die Bundstäbchen etwas reindrücken (vorsichtigst und immer probieren!!!), neue Saiten aufziehen, Saitenhöhe justieren, eventuelle "Späne" wegblasen, das Griffbrett ölen etc. Die Mechaniken sind sehr gut er Standard, ebenso die PUs.
Und dann hast du ein geiles Instrument, das sich sehen und hören lassen kann. Bin seit 64 Gitarrist und kann das bestimmt beurteilen. Und die paar Stunden Arbeit machen Spaß und bringen das 149 EUR-Instrument auf die 800-EUR-Schiene.
Grüße
Freddie
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Re: Schon gesehen? Jazzmaster Kopie von Harley Benton

Beitragvon novamax » Mo Nov 03, 2014 5:51 pm

Ähm... klingt spannend, aber wenn ich mich nicht vertue, kopiert die Harley Benton ES 35 eher ein Gibson 335 als eine Fender Jazzmaster...?

Für den Preis eine Halbresonanz ist aber schon ziemlich verlockend... Naja, ich hab erstmal genug Äxte im Haus.
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Re: Schon gesehen? Jazzmaster Kopie von Harley Benton

Beitragvon freddie fender » Mo Nov 03, 2014 6:07 pm

...ja, die sagen es wäre eine "nachempfundene 335" lächel. Ich wollte mit meinem Beitrag eigentlich nur der Diskussion folgen ob denn nun Harley Benton Schrott ist... Ich habe die ES 35 von der Wand genommen und da habe ich schon gewusst, dass das Teil geil wird. Übrigens: die Jazzmaster kan man bestimmt genauso pimpen. Und ich traue mir zu sagen: 80-90% von dem was aussem Amp kommt, kommt vom Player seinen Fingern :) Also keine Angst vor Billiggitarren! Mussmer halt bissl schrauben und so. Ist aber ein wirklich gutes Gefühl so ein Teil zu kurieren.
Grüße
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Re: Schon gesehen? Jazzmaster Kopie von Harley Benton

Beitragvon novamax » Mo Nov 03, 2014 11:25 pm

Die HB JM hab ich nicht gefunden...

Aber im Grundsatz stimme ich Dir voll zu - Viele Billigheimer waren früher Schrott, und blind kaufen würde ich das Lidl Paket für 69 € mit Verstärker auch nicht... - Aber was man heute mit ein bisschen Recherche für wenige 100 € bekommt, ist der helle Wahnsinn (v.A. wenn man es mit teureren Linien vergleicht - Vintage lass ich mal außen vor, zumal da ja auch viel Emotionales reinspielt).

Ich habe durchgehend Gitarren der 300€-Klasse (E & A), aber jede von denen ist ein ausgewähltes Schätzchen, das einige Klassen höher spielt und das ich nicht eintauschen möchte. Speziell Sqier und Epiphone stellen echt Tolles auf die Beine (teilweise auch ohne viel basteln), was Fender & Gibson zeitweise nicht im Griff hatten. Z.B. klingt meine Sqier ProTone Strat mit dem Mod auf korrekte Potis ununterscheidbar wie ne American Standard zum mind. dreifachen Preis (und auch die hatte Phasen mit mieseren Pickups). Ich könnte wohl spätestens aus einem Mix kaum mehr raushören, was mit ner ordentlichen Sqier und mit ner American Fender gespielt wurde. Daher lese ich solche Erfahrungen immer sehr interessiert...
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Re: Schon gesehen? Jazzmaster Kopie von Harley Benton

Beitragvon simoncoil » Mi Nov 05, 2014 10:28 am

Von der Jazzmaster-Kopie gibt es inzwischen nur noch die Hardtail-Version:
http://www.thomann.de/de/harley_benton_ ... _serie.htm

Dafür gibt es nun ein Modell im Programm, das sich an eine Mosrite anlehnt:
http://www.thomann.de/de/harley_benton_ ... series.htm

Auch wenn das im Durchschnitt sich keine schlechten Instrumente sind und einige Modelle auch optisch recht ansprechend daherkommen (was allerdings für die "Jazzmaster" und die "Mosrite" imho nicht gilt), kann man doch auch immer mal wieder eine Gurke erwischen, die sich auch durch Aufarbeiten nicht herrichten lässt, wie diese Geschichte über eine SG Custom aus der gleichen Modellreihe zeigt:
http://www.guitarworld.de/forum/harley- ... enton.html

Ich persönlich habe mich aus der Erfahrung heraus entschlossen, überhaupt keine Gitarre mehr aus dem Katalog bestellen. Anspielen muss schon sein. Und da der Markt inzwischen ohnehin mit alten E-Gitarren übersättigt ist, ist es aus meiner Sicht ohnehin attraktiver, gebraucht zu kaufen.
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Re: Schon gesehen? Jazzmaster Kopie von Harley Benton

Beitragvon freddie fender » Mi Nov 05, 2014 6:09 pm

...möglicherweise ist man selbst immer auch ein Opfer von subjektiven "Empfindungen". Manchmal stehe ich morgens früh auf, nehme die schweineteure Fender American Tele de Luxe und fange an zu spielen und sage mir: das ist die einzig Wahre, vergiss den anderen Schrott. Das geht mir aber manchmal auch mit meiner Duesenberg D-Caster u.a. so. Und: man staunt - auch mit meiner selbstgebastelten Harley Benton Tele, schön lackiert und mit Bigsby aber originalen PUs. Und wenn ich eine der sog. Billiggitarren orndlich gepimpt habe, finde ich sie sowieso immer geil. Aber jetzt folgendes:
ich habe meine neue HB ES 35, bevor ich sie den Bandkollegen vorgeführt habe mit neuem Fanstasie-Schriftzug "Silverado" versehen (Kopfplatte überlackiert und cooles Logo drauf, ein verchromter Adlerkopf aus USA und ins F-Loch ein Fantasie-Zertifikat Silver Eagle Guitar Manufacturers U.S.A. geklebt:).
Was darf ich berichten? Ihr könnts euch denken. Bemerkungen von: "sowas können nur die Amis bis zu boooah geil und wo hasten das fette Teil her" waren das Ergebnis. Selbst am Amp war alles top. Lassen sich so alte Profis täuschen? Anscheinend. Hinterher habe ichs aber gesagt und kriegte Kloppe und musste einen ausgeben. Die Jungs sagten trotzdem: so lassen!
Muss allerdings sagen, dass ich von Designer-Fach bin und alle Tricks kenne was Farben etc. angeht.

Und Gurken gibt es auch bei Fender, Gibson & Co. - oder???

Grüße
Freddie Benton :)
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Re: Schon gesehen? Jazzmaster Kopie von Harley Benton

Beitragvon novamax » Mi Nov 05, 2014 6:48 pm

LOL - Schöner Erfahrungsbericht zum Thema Psychoakkustik.... :D Die Dresche und die Lage wären's mir auch wert gewesen...

Ist auch meine Erfahrung - Wenn man weiß, wie teuer die war, ist 'ne Gitarre psycho-automatisch schwerer, fühlt sich wertiger an und klingt einfach sauberer. Deshalb mach ich mit einem Kumpel bei neuen Gitarren gern Blind-Vergleichstests. Und es ist echt nicht immer leicht herauszufinden, welche die teure Klampfe ist. Manchmal ist die Billigere die besser klingende bis man auflöst und dann noch ein paar Mal wechselt und sich dann evtl. später einredet "Hmm... Bei näherem Hinhören ist doch die teurere besser..." - auf keinen Fall isses immer eindeutig. Und dann übertragt die Erfahrung mal auf einen Mix mit Drums, Bass, Effekten und Vocals. Aber es gibt es auch viel Schrott, manchmal ist billig eben auch billig verarbeitet. Andererseits hatten auch Fender und Gibson Phasen qualitativer Umnachtung... Ich würde hier weder die eine noch die andere Richtung pauschal besser sehen.

Und ohne gesellschaftliche Verantwortung kleinreden zu wollen: In Japan und in den USA gibt es oft gerade mal 1-2 Wochen Urlaub im Jahr - Sollten wir deswegen jetzt auch keine US-Äxte mehr kaufen? Zumindest in den USA kommen die Mitarbeiter z.T. aus Angst vorm Gefeuertwerden im Drittjob nochmal Samstags rein. Und für 30 Cent kriege ich in Indonesien ein Mittagessen, in Japan nicht. Länder wie Japan, Korea, Mexiko und Brasilien haben sich durch Kopien von armen Ländern zu Schwellenländern bis zu Industrienationen entwickeln können.

Also sollte man ein Land auch ein bisschen nach dem Gesamt-Paket beurteilen und nicht nach dem Anspruch der Gewerkschaftsvertreter im deutschen öffentlichen Dienst (von dem ich im übrigen keine Gitarre kaufen möchte...). Was nicht heißt, dass es in manchen Ländern keine schlechten Bedingungen gäbe, diese auch keine Einzelfälle wären und wir uns nicht dafür interessieren sollten. Aber mit Halbwissen über die Umstände traue ich mir kein fachgerechtes Urteil zu, was für wen noch fair ist und was nicht.

Gerade im Kleidungssektor würde ich mir ein Fair Trade Label wünschen, das eine Empfehlung nach kompetenter Abwägung ausspricht. Von mir aus auch für Instrumente - Aber die sind eben auch sehr viel Herzenssache...
Zuletzt geändert von novamax am Do Nov 06, 2014 6:55 pm, insgesamt 5-mal geändert.
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Re: Schon gesehen? Jazzmaster Kopie von Harley Benton

Beitragvon freddie fender » Mi Nov 05, 2014 10:57 pm

...gesellschaftliche Verantwortung: an welchem Composter sitzt du? Haste n smartphone oder einen Fernseher oder Socken und auch noch aus Baumwolle und wenn ja woher? Wenn die Jungs von Gibson sich ihre Teile aus Korea holen und assembled in USA draufschreiben und der Göldo seine Duesenbergs in Californien machen lässt und der Nik Huber auf seinen Walfisch verbotenes aber zertifiziertes Palisanderholz draufleimt und die Erdnüsse heute Abend tatsächlich aus China (kein Witz!) kommen und überhaupt alles nur dazu dient denen die eh Geld haben das zu vermehren bin ich der Meinung: status quo akzeptieren und mit unserem Verhalten so gut wies geht zu reagieren. Also no money for the big ones.
Vielleicht ist der Kauf der Billigteile ja demokratisches Aufbegehren, revolutionäres Verhalten :)
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Re: Schon gesehen? Jazzmaster Kopie von Harley Benton

Beitragvon novamax » Do Nov 06, 2014 6:56 am

Mein' ich ja - Wir sind da ganz auf einer Linie. Nur weil's teuerer ist, isses nicht automatisch US. Und nur weil es US ist, ist es nicht automatisch gut oder fair. Und fair ist eben auch relativ. Ist es fair, wenn ich einem Inder ein deutsches Gehalt zahle, der weniger ein Zehntel der Lebenshaltungskosten hat?

Und wieviel billiger als Laden-Preis sind den Gebrauchte mit Namen? Ich habe für meine Sqier ProTone Strat aus Korea 340 € neu im Laden bezahlt. Kriege ich dafür ne US Standard gebraucht, oder muss ich für ein halbwegs mängelfreies Exemplar dann trotzdem noch “halt ein kleines bisschen mehr“ (das dreifache, 900 € statt 1100 € Neupreis) in der Bucht ausgeben? Übrigens: Zwei Jahre wurde die ProTone gebaut, bis Fender festgelegt hat, dass solche Qualität nicht aus Korea kommen darf. Gebraucht-Preis liegt jetzt ähnlich wie Japan Silver-Series (ähnliche Historie) bei 600-800 € knapp unter US-Niveau...

Ich habe von anspruchsvollen Spielern und Gitarrenbauern sehr respektvoll über manch günstige Gitarre reden hören. Und ich habe deutlich teuerere Hölzer in der Hand gehabt, die einfach nicht klingen wollten. Der eine informiert sich, investiert Zeit und kauft günstig und manchmal eben auch gut, der andere möchte nicht reinfallen und verlässt sich lieber auf den Namen und die Wert-Stabilität - Jedem das seine. Aber ich bin froh, dass man heute sehr solide Gitarren für wenig Geld bekommt :)
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Re: Schon gesehen? Jazzmaster Kopie von Harley Benton

Beitragvon freddie fender » Do Nov 06, 2014 9:33 am

...ja ein weites Feld der Argumente - und jeder muss für sich entscheiden. Manchmal hängts auch am Geldbeutel. Dann ist man gezwungen, sich mit dem vermeintlich billigem zufrieden zu geben und entdeckt, dass es da Dinge gibt, die auch sehr gut sind. Das war bei mir der Fall (ist glücklicherweise vorbei, war aber eine prägende, gute Zeit). Hat man sich erstmal vom Image-Markendenken befreit, eröffnen sich Welten. Ich sags mal provokannt: der Unsichere mit Knete greift zu Fender Select (ist ja wohl auch Firmenphilosophie) und ist auf der sicheren Seite wie du ja sagst. Und dann kommt ja auch ein weiterer Aspekt dazu: willste angeben? Hast du ein gesetteltes Umfeld bei dem Geld keine Rolle mehr spielt (so meine Altersgruppe) musste ein Vintage-Teil oder sowas haben. Ok - ich steh halt auf der Bühne oder in Frankfurt auf dem Goetheplatz für 8-10 EUR die Stunde!!!) und spiele weils meine Passion ist - und nebenbei den Lebensunterhalt sichert. Das Leben kann schön sein mit ner "billigen" Gitarre :)

Grüße
Freddie Fröhlich der auch teure Teile hat aber nicht mehr braucht :)
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